Cybersecurity als Wertverstärker im M&A-prozess
- Phil Eicke
- 31. Okt.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Nov.
Jede Transaktion beginnt mit einer Frage: Was macht dieses Unternehmen wirklich wertvoll?
Die Antwort liegt heute in dem, was täglich funktioniert: Prozesse laufen, Daten fließen, Systeme arbeiten zusammen. Genau dort entsteht echter Wert. Messbar, sichtbar, entwickelbar.
Cybersecurity öffnet dabei einen Raum, den viele Unternehmen noch übersehen: Sie macht Integrität sichtbar, Verfügbarkeit kalkulierbar und Vertrauen dokumentierbar. In Deals, Sanierungen und Post-Merger-Integration wird sie zum aktiven Hebel für Wertschöpfung.
Cyber-Compliance als Werttreiber erkennen
IT-Sicherheit schafft heute etwas, das früher kaum messbar war: Verhandelbare Transparenz.
Standards wie NIS2, Cyber Resilience Act oder ISO 27001 geben Orientierung und schaffen einen gemeinsamen Bezugsrahmen. Wer sie erfüllt und dokumentiert, bringt Verlässlichkeit in den Prozess. Etwas, das Investoren und Berater unmittelbar wertschätzen.
Diese Nachvollziehbarkeit eröffnet Spielraum: Sie beschleunigt Entscheidungen, erleichtert Zertifizierungen, senkt Integrationsaufwände und ermöglicht präzisere Kalkulationen. Und sie hebt den Unternehmenswert bereits vor Abschluss des Deals durch Transparenz, die Gestaltungsmacht gibt.
Drei Dimensionen für ein vollständiges Bild
Um Cyberpotenziale im Dealprozess systematisch sichtbar zu machen, arbeiten wir mit einem modularen Ansatz: CORE, SCAN und PPL.
Jedes Modul erschließt eine eigene Dimension. Zusammen ergeben sie ein Lagebild mit Tiefe und Transparenz.
CORE – Struktur und Governance
Erfasst Rollen, Richtlinien, Prozesse und Verantwortlichkeiten im gesamten Unternehmen.
Das Ergebnis: Die strukturelle Sicherheit wird transparent – wie sie heute aufgestellt ist und welche Maßnahmen sie stärken. Gewichtet nach Aufwand und Wirkung, vom schnellen Quick-Win bis zur langfristigen Entwicklung. Nach dem Pareto-Prinzip lassen sich so mit gezielten Mitteln bereits wesentliche Verbesserungen erreichen.
SCAN – Technik und Belastbarkeit
Misst den Zustand der Infrastruktur: Angriffsflächen, Schwachstellen, Datenverfügbarkeit, Patch-Strategien.
Das Ergebnis: Die technische Resilienz und Robustheit werden sichtbar – zusammen mit einer priorisierten Finding-Liste, die zeigt, welche Maßnahmen die Sicherheit weiter steigern. Sowohl für den aktuellen Bedarf als auch für die perspektivische Entwicklung.
PPL – Verhalten und Kultur
Misst das Teamverhalten im Hinblick auf Sicherheit und Kultur. Hieraus lässt sich die menschliche Volatilität kartographieren.
Mit simplen Anweisungen wird Quick-Fix-Sicherheit hergestellt. Die 12 Fehlercluster menschlichen Verhaltens zeigen präzise, wo Verbesserungen ansetzen können – damit Teams sicher und effektiv arbeiten.
Transparenz als Gestaltungsinstrument
Eine strukturierte Cyberbewertung liefert Daten mit Bedeutung.
Sie zeigt, welche Bereiche bereits stark aufgestellt sind, welche Entwicklungsfelder Potenzial bieten und wo strategische Chancen liegen.
In M&A- und Sanierungsprozessen verändert das den Fokus grundlegend: Aus passivem Prüfen wird aktives Gestalten, mit messbaren Parametern, die in Verhandlungen, Bewertungen und Integration konkret wirken.
Cyber-Compliance wird so zu einem Wertfaktor mit Hebelwirkung: Dokumentierbar, verhandelbar, entwickelbar.
Und das Beste daran: Der M&A-Prozess zeigt den Wert des Unternehmens und nun auch das Potenzial mit konkreten Stellschrauben. Die Möglichkeiten gehen weit über das hinaus, was Standardprozesse hergeben. Dort, wo Unternehmen ihre Cyberstrategie bewusst gestalten, entstehen Spielräume, die den Dealwert spürbar steigern und Anschlussfähigkeit für die Zukunft schaffen.

